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Abgabefrist für die Steuererklärung

Abgabefrist für die Steuererklärung

Alle Jahre wieder steht die Steuererklärung an – zum Leidwesen vieler Betroffener, die dieser Pflicht gerne erst auf den letzten Drücker nachkommen. Die gute Nachricht: Seit 2019 können sich Steuererklärungsmuffel 2 Monate länger Zeit nehmen. Die Schlechte: Wer die Frist versäumt, für den kann es teuer werden. Ein Überblick über die aktuellen Neuerungen.

Abgabefrist gelockert

Der 31.5., die bisherige Abgabefrist für die Steuererklärung, hat sich über viele Jahre in die Köpfe gebrannt. Nun gilt ein neuer Stichtag: der 31.7. Das Finanzamt hat damit die Frist um 2 Monate verlängert, d.h. spätestens am 31.7.2019 muss die Steuererklärung für das vergangene Jahr 2018 beim Finanzamt eingegangen sein. Wer seine Steuererklärung noch nicht abgegeben hat, hat noch ein paar Tage Zeit.

Diejenigen, die die Steuererklärung nicht selbst erledigen, sondern hierfür einen Steuerberater oder einen Lohnsteuerhilfeverein beauftragen, konnten bisher ihre Steuererklärung bis zum Ende des Kalenderjahres abgeben, d.h. weitere 7 Monate später. Auch hier wurde die Abgabefrist um 2 Monate verlängert. Die Steuererklärung muss in diesen Fällen folglich erst bis zum letzten Februartag des übernächsten Jahres abgegeben werden. Fällt die Frist auf einen Samstag oder Sonntag, verschiebt sie sich auf den nachfolgenden Montag. Ein Beispiel soll dies verdeutlichen: Die Steuererklärung 2018 muss, sofern ein Steuerberater damit betraut ist, bis zum 29.2.2020 beim Finanzamt eingereicht werden. Da es sich bei diesem Termin um einen Samstag handelt, gilt der darauffolgende Montag als Stichtag. Das bedeutet: Die Abgabefrist für die Steuererklärung 2018 verschiebt sich auf den 2.3.2020.

Fristverlängerung als Ausweg?

Eine Fristverlängerung konnte bisher meist problemlos beantragt werden, da die Verspätungssanktionen bislang vor allem im Ermessensspielraum des zuständigen Finanzbeamten lagen. Oft hat ein Anruf genügt und das Finanzamt hat „ein Auge zugedrückt“. Doch damit soll nun Schluss sein. Die Regeln wurden deutlich verschärft. So soll eine Fristverlängerung künftig eine Ausnahme bleiben und muss gut begründet werden (z.B. Krankenhausaufenthalt, Umzug, Auslandsaufenthalt, langwierige Krankheit, längere Dienstreise, noch fehlende Unterlagen, die von anderer Stelle benötigt werden). Der Antrag ist schriftlich (E-Mail, per Post) und vor Ablauf der eigentlichen Frist (31.7.) zu stellen. Das Finanzamt setzt dann im positiven Fall eine neue Frist an, in der Regel wird sie um 4 Monate verschoben. Wer absehen kann, dass er die neue Frist am 31.7. nicht einhalten kann, sollte eine Fristverlängerung beantragen.

Trödler werden bestraft

Das Finanzamt hat zwar seine Abgabefristen verlängert, aber gleichzeitig die Strafen für diejenigen erhöht, die ihre Steuererklärung zu spät abgeben. Für jeden angefangenen Monat, den die Steuererklärung zu spät ankommt, fallen 0,25 % der festgesetzten Steuer als Verspätungszuschlag an, mindestens 25 EUR (bis einschließlich 2018 mindestens 10 EUR). Die Strafe kann sich auf bis zu 25.000 EUR summieren. Der Zuschlag wird automatisch festgesetzt, wenn die Steuererklärung nicht innerhalb von 14 Monaten nach Ablauf des Steuerjahres eingereicht wird. Das heißt: Hier wird auf die Frist der Steuererklärung unter Hinzuziehung eines Steuerberaters oder Lohnsteuerhilfevereins abgestellt. Wie mit Verspätungen zwischen dem 31.7.2019 und dem 2.3.2020 umgegangen wird, ist noch unklar und liegt im Ermessen des zuständigen Finanzbeamten.

Wird eine Strafe verhängt, wird diese auf die Steuerschuld aufgeschlagen oder im Falle einer Erstattung abgezogen. Wiederholungstäter dürfen künftig nicht mehr mit Milde rechnen und werden besonders streng behandelt. Ihnen drohen zusätzlich Zwangsgelder und Zinsen.

Exkurs: Wer muss eine Steuererklärung abgeben?

Selbstständige, Rentner und Vermieter müssen eine Steuererklärung abgeben, wenn ihr Einkommen über dem Grundfreibetrag liegt. Der betrug im Steuerjahr 2018 für Singles 9.000 EUR und für Ehepaare 18.000 EUR. Er stieg 2019 auf 9.168 EUR (bzw. 18.336 EUR) und steigt 2020 auf 9.408 EUR (bzw. 18.816 EUR) an. Darüber hinaus müssen Arbeitnehmer, die zusätzlich zum Arbeitslohn mehr als 410 EUR Einnahmen haben, eine Steuererklärung abgeben sowie gemeinsam veranlagte Ehepaare, die die Steuerklassenkombination 3/5 oder beide die Steuerklasse 4 mit Faktor haben oder von denen einer die Steuerklasse 6 hat). Auch wer im Steuerjahr bei 2 Arbeitgebern gleichzeitig beschäftigt war, ist zu einer Steuererklärung verpflichtet. Dasselbe gilt für Personen, die eine Lohnersatzleistung von mindestens 410 EUR bezogen haben (z.B. Arbeitslosen-, Kranken-, Kurzarbeiter-, Elterngeld) und für Personen, die Abfindungen von ehemaligen Arbeitgebern (unter Anwendung der sog. Fünftelregelung) erhalten haben.

Nicht zur Abgabe verpflichtet sind z.B. gewöhnliche Arbeitnehmer. Sie können ihre Steuererklärung bis zu 4 Jahre später einreichen, d.h. für die Steuererklärung 2018 haben sie bis zum 31.12.2022 Zeit. Obwohl keine Pflicht besteht, zahlt sich die Abgabe einer Steuererklärung in den meisten Fällen aus und wird sogar im Falle einer sehr späten Abgabe, verbunden mit einer Erstattung, mit Zinsen „belohnt“. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass keine Rückerstattung erfolgt, können Betroffene innerhalb eines Monats Einspruch einlegen und ihre Steuererklärung zurückziehen.

Sabine-Wittlich1502

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